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Neuer Murschutz bringt wieder mehr Sicherheit

Wasserwirtschaftsamt Traunstein und Gemeinde wollen rasch handeln - Erste Arbeiten für Fischmichl- und Vorbergsiedlung beginnen im September

Zügig und in enger Zusammenarbeit wollen das Wasserwirtschaftsamt Traunstein und die Gemeinde für besseren Murschutz in Schönau a. Königssee sorgen. Die beiden Ortsteile Fischmichlsiedlung und Vorbergsiedlung stehen dabei im Fokus erster, so genannter Vorweg-Maßnahmen, die einem größeren Konzept vorausgehen. Sie sollen schnell wieder mehr Sicherheit für die Menschen bringen, die am Fuße der Nordflanke des Grünsteins leben. Erste Arbeiten könnten bereits im September beginnen, teilt das Wasserwirtschaftsamt mit.

 

In der Fischmichlsiedlung, noch mehr aber in der Vorbergsiedlung, hatte das Unwetter vom 17./18. Juli Zerstörung und hohen Sachschaden hinterlassen. In zwei der drei Runsen waren Muren abgegangen. Die eine traf den Bauhof, die andere überrann zwei Häuser der Siedlung. Am Hang selbst wurden zahlreiche Querbauwerke zerstört, die das Wasserwirtschaftsamt zur Stabilisierung der Runsen errichtet hatte.

 

Murrückhaltebecken wird vergrößert

 

Vertreter der Gemeinde, der Traunsteiner Behörde sowie des Landesamts für Umwelt haben gemeinsam das weitere Vorgehen festgelegt: Zunächst wird in der Fischmichlsiedlung das Murrückhaltebecken zwischen Schutzdamm und Wanderweg vergrößert. Nach ersten Schätzungen könnten die Wasserbauer der Flussmeisterstelle Piding etwa 3000 bis 5000 Kubikmeter Erdreich mit angemietetem Gerät ausheben. Wie tief man tatsächlich graben kann, ohne die Stabilität des Dammes und des Weges zu gefährden, muss ein geotechnisches Gutachten klären. Von der  Menge des Aushubs hängen letztlich auch die Gesamtkosten dieser Vorweg-Maßnahme ab. Übernehmen wird sie in jedem Fall der Freistaat Bayern, da das Wasserwirtschaftsamt als Vorhabensträger auftritt. Für den Abtransport des Erdreichs wird die Gemeinde Schönau a. Königssee sorgen. Der Feldweg entlang des Bergfußes soll so lange erhalten bleiben, bis ein Gesamtkonzept für den Murenschutz steht und umgesetzt werden kann.

 

Gesamtkonzept soll folgen

 

Nach derzeitigem Stand sieht dieses Gesamtkonzept vor, zusätzlich den von der Gemeinde angelegten Damm zu erhöhen und an die jeweils gegenüberliegenden Höhenrücken des Grünsteins anzuschließen. Er würde damit auf eine Länge von etwa 400 Metern ausgebaut. Der bestehende Wanderweg würde abgetragen, das in ihm verlaufende Mittelspannungskabel herausgenommen. Anschließend wäre es möglich, das Murrückhaltebecken noch einmal zu vergrößern. Auf diese Weise könnte sichergestellt werden, dass ein großer Teil einer möglichen Mure in diesem Becken aufgefangen wird. Die Planung und Umsetzung dieser Maßnahmen wird allerdings Jahre dauern: "So etwas kann nicht kurzfristig gemacht werden", sagt Walter Raith, der Leiter des Traunsteiner Wasserwirtschaftsamtes. Umso wichtiger seien jetzt die gemeinsamen Vorberg-Maßnahmen. Einen "absoluten Schutz" wird es nach Aussage von Raith jedoch niemals geben können. Ein "gewisses Restrisiko" bleibe, mit Schäden nach Starkregenereignissen sei auch in Zukunft zu rechnen.

 

Vorort-Termin in Vorbergsiedlung

 

Dennoch ist es erklärtes Ziel aller Beteiligten, so schnell wie möglich zu handeln, um den Schutz vor Muren wieder zu verbessern. Dies gilt auch für die Bewohner der Vorbergsiedlung. Auch dort war während des Unwetters in einer, bisher stabilen, Runse eine Mure abgegangen und hatte Schäden angerichtet. Unmittelbar nach dem Ereignis hatt die Gemeinde reagiert und in der ehemaligen, östlich gelegenen Kiesgrube ein Rückhaltebecken angelegt. Als mögliche Ergänzung dazu schlägt das Wasserwirtschaftsamt vor, den zwischen den beiden ehemaligen Kiesgruben bestehenden Höhenrücken aufzustocken.Damit ließe sich erreichen, dass künftige Muren östlich abgehen, in Richtung der östlichen, größeren Kiesgrube. Details dazu und zu den anderen möglichen Vorweg-Maßnahmen wollen die Beteiligten bei einem Ortstermin in der kommenden Woche (KW 33) klären.

 

 

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